Die Maiskolbenpfeife

Die Maiskolbenpfeife

Viele berühmte – reale wie fiktive – Persönlichkeiten rauchen aus ihr. Wer kennt nicht Huckleberry Finn, der mit seinem Freund Tom Sawyer Abenteuer bestritt. Oder den Seemann Popeye. Oder den Kapitän aus Matt Groening’s Zeichentrickserie “Die Simpson’s” – in einigen Folgen ist auch Homer Simpson selbst mit ihr zu sehen. Die Rede ist von der Missouri Meerschaum Corn Cob Pipe – der Maiskolbenpfeife.

Missouri Meerschaum Co.Vor ettlichen Jahren – wir schreiben das Jahr 1867 – kommt ein Mann in ein kleines Städtchen im Mittleren Westen der USA. Er ist Niederländer und da seine Tischlerei in Enschede abbrannte, zog es ihn in die Neue Welt. Ein Farmer kam einer Legende nach auf den Holländer zu, er hieß übrigens Hendrik Tibbe bzw. in den USA dann Henry Tibbe, und fragte ihn, ob er eine selbstgebaute Maiskolbenpfeife maschinell produzieren könne. Mr. Tibbe konnte – und der Farmer war zufrieden. Nach dem erfolgreichen Einführen der Maiskolbenpfeifen in seinem Laden begann Henry Tibbe nur noch “Corn Cobs” herzustellen. 1907 wurde die dann Missouri Meerschaum Co. eröffnet.

Missouri Meerschaum – woher kommt dieser Name? Betrachten wir dazu den Herstellungsprozeß einmal näher: Maiskolben werden geernet, die Blätter und Körner entfernt. Durch eine zwei Jahre andauernde Trocknung gewinnen die Kolben deutlich an Härte und Feuerfestigkeit. Die Kolben werden in Pfeifenkopfrohlinge zersägt, die Brennkammer ausgebohrt und gedrechselt. Die “normalen” Pfeifen werden dabei maschinell produziert – höherklassige Modelle nach wie vor in Handarbeit.

MaiskolbenpfeifeNun kommt der Schritt, der den Gründungsvater der Firma zur Namensgebung verleitete: die Pfeifenköpfe werden vergibst. Sie sehen dadurch aus, als wären sie aus echtem Meerschaum. Mit dem Herkunftsland Missouri, in dem sich das Städtchen Washington mit der Fabrik befindet, ergibt sich die Missouri Meerschaum Co. Nach dem Trocknen des Gipses werden Pfeifeköpfe geschliffen und lackiert. Dieser Schritt findet übrigens in einer Zementmischmaschine statt.
Als letzer Schritt wird der Holm eingeklebt – traditionell aus Schilfrohr, heute aus gedrehtem Maiskolben oder Bambus. Das Mundstück ist aus durchsichtigem Plastik. Durch das Monopol der alteingesessenen Fabrik werden die Pfeifen nun in alle Welt ausgeliefert.

Gegenüber einer Buyere- oder Meerschaumpfeife ergeben sich einige Vor- und Nachteile. Einerseits sind sie sehr billig mit einem Preis von wenigen Euros, andererseits haben sie nur eine begrenzte Lebensdauer. Mit der Zeit saugt sich der poröse Maiskolben mit Kondensat voll und die Pfeife schmeckt schlecht. Bis es aber soweit ist, erfreut sie den Raucher mit kühlem und trockenem Rauch – sofern er das Pfeifenrauchen beherrscht und sorgfältig und langsam raucht.
Die Pflege gestaltet sich allerdings sehr einfach: nach dem Rauchgenuß genügt ein Auswischen des Holmes mit Pfeifenreinigern und eine großzügige Ruhephase. Ist der Geschmack einmal schlecht, lohnt sich eine Aufbereitung kaum – es ist Zeit für die Entsorgung.

Für weitere Informationen zur Fabrik sei auf den Link hingewiesen: http://www.corncobpipe.com/